Wir brauchen Jüngerschaft mitten im Alltag!

In Europa haben wir Jüngerschaft weitgehend durch Seelsorge, Innere Heilungs- und Befreiungsseminare ersetzt.
Als punktuelle Unterstützung ist das ganz sicher hilfreich, doch weil wir es verpasst haben, Menschen gleichzeitig in einen lebendigen Umgang mit dem Wort Gottes zu erziehen (das bedeutet Jüngerschaft – siehe Joh 8,30-32), haben wir auch in den Gemeinden weiterhin alle möglichen seelischen Krankheitssymptome.

Interessant ist auch, dass wir im Neuen Testament die Thematik „Innere Heilung“ nur sehr begrenzt finden. Das Thema Jüngerschaft nimmt einen deutlich größeren Rahmen ein – und sticht besonders hervor durch Jesu Vorbild und seinen Auftrag „gehet hin und machet zu Jüngern“.

Wenn wir etwas anderes sehen wollen, als dass Menschen sonntags in die Gemeinde kommen, Predigten hören und dennoch im Alltag nicht die Kraft des Wortes Gottes erleben, dann brauchen wir jüngerschaftliches Training mitten im Alltag!

Wenn wir wirklich wollen, dass Menschen nicht von Predigten und geistlichen Leitern abhängig bleiben, sondern in Reife kommen, dann müssen wir anfangen, Christen nicht einfach nur zu füttern, sondern ihnen beizubringen, wie sie selbst essen und sich aus dem Wort Gottes ernähren können!

Und das wird bei geistlichen Kindern – ebenso wie bei natürlichen Kindern – nicht gehen, indem wir sie nur „lehren“ und es ihnen predigen!
Nein, wir werden mitten im Alltag zeigen und helfen müssen, wie sie in den unterschiedlichsten Situationen an die Versorgung aus dem Wort Gottes kommen, wie sie lebendiges Wasser aus dem Wort schöpfen können und dabei wachsen und stark werden. So dass wir erwarten und erleben, dass das Wort Gottes alle Hilfe, alle Lösungen und Gottes ausreichende Versorgung für jede Krise, jede Not und jede Extremsituation für uns bereit hält.

Wenn wir Antworten wieder direkt aus dem Wort Gottes bekommen und nicht nur aus Sekundärliteratur, dann werden wir vertraut werden mit seinem Reden und der lebendigen Kraft des Wortes Gottes.

Dieses Training mitten im Leben kann nun eindeutig nicht durch ein paar wenige Leiter oder „Vollzeitliche“ geschehen – da braucht es Hunderte, Tausende, die dies in ihrer Umgebung und in ihren Beziehungsfeldern tun! Die nicht darauf warten, bis sie perfekt sind, sondern die weitergeben, was sie selbst mit Gott und seinem Wort erleben.

Wo sind die Menschen in Europa, die bereit sind, zu Jüngern zu werden und Jünger zu machen?

Menschen, die selbst einen lebendigen Zugang zum Wort bekommen haben und andere dort mit hinein nehmen können?

Wir beten für zunehmende Jüngerschaftsbeziehungen in unseren Gemeinden und Nationen – so dass das Volk Gottes in Reife kommt und nicht nur Einzelne, sondern „alle Völker zu Jüngern“ werden können! (Mt 28, 19)